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Editorial

Liebe Leserinnen und Leser von Theater.Welten, der Sommer ist heiß, viel zu heiß ...

Liebe Leserinnen und Leser von Theater.Welten,

der Sommer ist heiß, viel zu heiß und jedenfalls mischt sich bei mir seit einiger Zeit in die Freude über das schöne Wetter auch die wachsende Sorge davor, dass die Hitze nicht nur ein Beweis für den Sommer (vor Erreichen der kalendarischen Grenze wohlgemerkt) ist, sondern auch dafür ist, dass wir Menschen es übertrieben haben mit der Rücksichtslosigkeit mit der Natur, deren Teil wir sind. Und auch bei Theater.Welten kommen wir regelmäßig auf dieses Thema zurück, denn neben unserer eigenen Verantwortung als öffentliche Einrichtungen in der Gesellschaft beinhaltet der Klimawandel auch eine kulturelle Komponente, denn Veränderung erfordert ein verändertes Verhalten, individuell wie kollektiv.

Veränderung, also Transformation, ist dann auch gleich Thema des ersten Textes von Prof. Dr. Martin Zierold: Veränderungen verstehen und gestalten. Der Text datiert von 2018, er ist trotzdem hoch aktuell und passt gut in diese auch politisch heiße Zeit. Die Pandemie lässt uns ein wenig aus dem Würgegriff, seit Kurzem können Theater und Kunst wieder draußen und drinnen erlebt werden. Die großen Fragen der Veränderungen treten kurzfristig in den Hintergrund, aber wer glaubt, es gehe nun ungebremst da weiter, wo wir im März 2020 aufgehört haben, der irrt. Die großen Fragen gehen nicht mehr weg und wir nehmen die Herausforderung auf, sie als Chance zu begreifen, damit es auch für die nachfolgenden Generationen weitergehen kann.

Bei aller Veränderungsdebatte, die in den letzten Monaten im Theaterbereich ebenfalls sehr erhitzt geführt wurde, erscheint das Theatergebäude an sich als ein ruhendes Kontinuum, das aller Veränderung trotzt. Aber der Schein trügt: Viele der Gebäude sind nicht in bestem technischen Zustand, es wird seit Jahren saniert und renoviert, teils auch neu gebaut. Dabei geht dann gerne mal was schief, was sich in mehrstelligen Millionenbeträgen im öffentlichen Haushalt niederschlägt. Prof. Dr. Oliver Scheytt und Lisa Höhne haben sich die Kulturimmobilie mal ganz grundsätzlich vorgeknöpft und beschreiben einige Ebenen, die zwischen Planen, Bauen und Betreiben beachtet werden sollten und greifen dabei auch auf einige Erfahrungen zurück, die so mancher öffentlicher Bauherr schmerzhaft machen musste. Neben dem reinen Erhalt von Theatergebäuden als baukulturelle Substanz drängt sich übrigens eine Frage langsam nach vorne: Welche Räume braucht das Theater überhaupt? Reicht es, Bestehendes zu sanieren, oder müssen Räume nicht anders gedacht werden? Dies ist vor dem Hintergrund der notwendigen Komplexität allerdings ein eigenes Thema, dem wir zu einem anderen Zeitpunkt nachgehen wollen. Wer sich aber dafür interessiert, wird zurzeit mit wachem Blick nach Düsseldorf schauen, wo ein öffentlich moderierter Prozess sich zurzeit genau dieser Frage widmet: Welche Räume braucht die Oper in der Stadt? Wir bleiben dran …

Ich wünsche Ihnen eine gute Zeit, hoffentlich voller Gesundheit, behalten Sie einen kühlen Kopf und seien Sie herzlich gegrüßt!

Ihr
Marc Grandmontagne

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