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Editorial

Liebe Leserinnen und Leser von Theater.Welten, wir melden uns nach der Spielzeitpause zurück ...

Liebe Leserinnen und Leser von Theater.Welten,

wir melden uns nach der Spielzeitpause zurück und hoffen sehr, dass Sie ein paar ruhige und erholsame Momente in diesem nicht nur meteorologisch eher ungemütlichen Sommer hatten.

Das politische Großereignis des Jahres – die anstehende Bundestagswahl – ist zwar sehr präsent in der Berichterstattung. Der Blick auf die Kanzlerkandidat*innen und den Wahlkampf wirkt allerdings die meiste Zeit nicht gerade wie ein demokratisches Hochamt konkurrierender Topideen, sondern erscheint eher angstgetrieben, matt und mit wenigen Ausnahmen thematisch unscharf. Dabei ist mal wieder festzustellen, dass kulturpolitische Themen kaum bis gar nicht vorkommen. Auch im Wahl-O-Mat gibt es keine einzige Frage dazu, was unter anderem den Geschäftsführer des Deutschen Kulturrats auf die Palme gebracht hat. In der Kulturszene dagegen wird heftig debattiert über die Konsequenzen aus der Pandemie, was die drei üblichen Forderungen, die vor jeder Bundestagswahl auftauchen, auf den Plan ruft: Kultur muss Pflichtaufgabe werden, im Grundgesetz soll eine Staatszielbestimmung eingefügt werden und wir brauchen ein Kulturministerium auf Bundesebene! Ob das wirklich alles so hilfreich und eine Antwort auf die Herausforderungen ist, die wir gerade haben, sollten Sie selbst entscheiden. Um Ihnen die Entscheidung zu erleichtern, empfehlen wir Ihnen den Beitrag „Kooperativer Kulturförderalismus als Leitbild des Kulturverfassungsrechts in Deutschland“ von Prof. Dr. Oliver Scheytt. Ein Crashkurs über das Kulturorganisationsrecht, der deutlich macht, dass die erste kulturpolitische Geige in Deutschland vor allem die kommunale Ebene – und nicht der Bund – spielt. Das spiegelt sich übrigens auch finanziell wieder …

Nach dieser eher abstrakten Kost wird es konkret – aber kein bisschen leichter: Olaf Jastrob und Prof. Dr. Mandy Risch-Kerst beleuchten, was „Hygienekonzepte“ sind, und wagen sich damit in den grundsätzlich schon eher komplizierten Dschungel des Arbeitsschutzes in Deutschland. Alle Kulturveranstalter*innen und Betreiber*innen von Objekten müssen ein Hygienekonzept vorweisen – und spätestens seit der Coronapandemie ist die Erarbeitung solcher Konzepte etwas, was in aller Munde ist. Mir ist bewusst, dass diese eher technischen Ausführungen nicht gerade leicht verdauliche Lektüre sind. Jedoch ist unser Anspruch bei Theater.Welten, bei angemessener Komplexität aktuell zu sein, Meinungsbildung zu ermöglichen und die oder den Leser*in weiterzubilden. Die Begegnung mit solchen Themenfeldern gehört in der Praxis zum gelebten (wenn auch nicht immer geliebten) Alltag. Daher gehört es auch hierhin. Einen besseren Überblick zu diesem Thema in dieser Komplexität und Kürze finden Sie jedenfalls nicht.

Eine bereichernde Lektüre und viel Spaß bei unserer Septemberausgabe wünscht Ihnen

Marc Grandmontagne


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