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Was vom Tage übrig blieb

Der Kulturbetrieb befindet sich wahrscheinlich mitten im größten Transformationsprozess seit dem Ausgang des 19. Jahrhunderts. Bislang nur wenig von der Kulturpolitik antizipiert zeichnet sich eine grundlegende Veränderung des Kulturbetriffs selbst und damit des Verhältnisses von Künstler*innen, Vermittler*innen und Rezipient*innen ab. Verstärkt durch die massenhafte Durchsetzung digitaler Medien ist der Kulturbetrieb mit einem neuen kulturellen Verhalten seiner potentiellen Nutzer*innen konfrontiert. Höchste Zeit also, die Phase des durch die Pandemie erzwungenen Stillstands für Experimente zugunsten neuer Settings und Formate zu nutzen. Eine daraus resultierende neue Gestaltungskraft könnte mithelfen, mit der Einsicht umzugehen, dass das Heil nicht mehr von denen, die „da oben“ den Staat (und damit auch die Kultur) verwalten zu erwarten ist. Sondern sich mit neuen Ideen selbst aktiv in die kulturpoli-tische Diskussion einzubringen. Eine solche emanzipatorische Herangehensweise an kulturpolitische Entscheidungsprozesse könnte Hervorbringungen des Kulturbetriebs wieder die Relevanz verleihen, die seine Akteur*innen in einer dynamisch sich weiter entwickelnden Gesellschaft für sich beanspruchen.

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